Zielgruppen
Zu der Zieldefinition gehört die Festlegung der Zielgruppen, für die der Brain Tank tätig werden soll. Der Brain Tank bestimmt mit den Zielgruppen zwei wesentliche Eigenschaften:
graphic Der grobe Rahmen des benötigten Know-How-Mixes wird bereits festgelegt. Dies bestimmt bereits in Teilen die benötigte Qualifikation.
graphicDer potentielle Mitarbeiterkreis wird bereits eingeschränkt. Dies wirkt sich auf die erhaltbare Qualifikation aus.
Entsprechend sorgfältig und überlegt sollten die Zielgruppen bestimmt werden.
graphicTip
Ein ernst gemeinter Rat für Profit-Organisationen: Arbeiten Sie hierbei nicht mit Vertrieb oder Marketing zusammen, da diese tendenziell die Zielgruppen ansprechen möchten, die einen maximalen Umsatz/Gewinn/Marktanteil versprechen. Ziehen Sie besser die Mitarbeiter Ihrer Organisation hinzu, die bereits mit der Arbeit vertraut sind - diese bewerten Ihre Organisation eher dahingehend, was sie kann. Und die Leistungsfähigkeit eines Brain Tanks ist nun mal von der Übereinstimmung seiner Qualifikation mit den Problemstellungen seiner Zielgruppen abhängig - nicht von den Wünschen bezüglich der erreichten Zielgruppen.
Die Zielgruppen sollten möglichst detailliert festgelegt werden. Dazu gehören
graphic Wirtschaftsbereiche (oder Tätigkeitsfeld bei Non-profit-Organisationen) wie Industrie, Handel, Behörden, Freiberufler, Soziale Leistungen, Hilfsorganisationen, Ärzte, Gemeinnützige Organisationen,...
graphic Branchen, besser Unterbranchen (oder Zielgruppe der Non-profit-Organisation)
graphic Regionale Eingrenzungen (Andere Regionen können anders arbeiten/denken und haben folglich andere Anforderungen an die Qualifikation!)
graphic Größenverhältnisse (Organisationen mit 1000 Mitarbeitern haben andere Probleme und Anforderungen als welche mit 10)
graphic Einschränkungen bezüglich der Art und Weise, wie die Zielgruppe arbeitet oder "denkt".
Ein Beispiel für eine besonders schlechte Definition wäre:
Der Brain Tank bedient kleine, mittlere und große Organisationen in den Bereichen Wirtschaft, Technik. Er ist schwerpunktmäßig in Deutschland, aber auch in Gesamt-Europa tätig.
Diese Definition legt in keinster Weise fest, wer sich denn wirklich an den Brain Tank wenden und auch die für ihn geeignete Qualifikation finden kann.
Ein besseres Beispiel wäre:
Der Brain Tank bedient in Deutschland und Westeuropa Unternehmen bis ca. 100 Mitarbeiter der chemischen Feststoff- Industrie pro Fertigungsbereich, Farbenhersteller bis ca. 100 Mitarbeiter pro Fertigungsbereich. In Gesamt-Europa werden Unternehmen mit plastikverarbeitender Fertigung (insbesondere Spritzguß) bis ca. 500 Mitarbeiter pro Fertigungsbereich bedient.
oder
Der Brain Tank steht Hilfsorganisationen in den Bereichen Menschenrecht und Unterstützung von Kriminalitätsopfern (z.B. Weißer Ring) zur Verfügung, die als eingetragener Verein eingetragen sind.
Oder
Der Brain Tank unterstützt kleine Architekturbüros bis max. 10 Mitarbeitern.
Möglich wäre aber auch
Der (untenehmenseigene) Brain Tank erledigt EDV-Entwicklungsarbeiten für das Unternehmen im Bereich der Warenwirtschaft und der Schnittstellen zu der Finanzbuchhaltung für Projekte mit einer Größenordnung von maximal drei Personenmonaten.
Wünschenswert erscheint die Spezialisierung eines Brain Tanks auf möglichst wenige Zielgruppen, um die Anforderungen an die Qualifikation thematisch zu konzentrieren und konsolidieren.
Sollen unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden, dann ist zu überlegen, ob der Brain Tank nicht besser in mehrere aufgesplittet werden soll. Die Nutzung des Mitarbeiterkreises in allen Brain Tanks gemeinsam ist dabei auch weiterhin möglich, aber die Selbstorganisation und die internen Strukturen werden entlastet.
graphic Tip
Für Profit-Organisationen kann es sinnvoll sein, sich an die Branchengliederungen der IHKs und Handwerkskammern anzulehnen. Da diese oft sehr detailliert aufgeschlüsselt sind, kann eine sehr genaue Spezifikation erreicht werden. Ein weiterer Vorteil ist, daß Auftraggeber sich bei der Suche nach einem Brain Tank anhand dieser Verzeichnisse selbst besser orientieren können und somit eine gezielte, auch maschinelle Suche über das Internet möglich wird. Es ergeben sich noch weitere Vorteile, wie wir in den nächsten Zieldefinitionen sehen werden.