Katzen
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Unsere haarigen Kumpels
Ich war ganz selig, als wir 1992 den Texi bekamen ... er ist wuuunderschön, da können all' die Leute mit ihren snobistischen Rassekatzen nicht mithalten: weiches weißes Fell mit großen schwarzen Flecken (ja, ich weiß, es gibt auch Kühe, die ähnlich aussehen ...), über einem Auge eine gefährliche schwarze Piratenklappe und dann ist er ja soooo intelligent (*grins*, sagt jeder Katzenbesitzer von seiner Katze).
Meine Freude steigerte sich 1993, denn da kam noch ein Tigerchen mit weißem Bauch und weißem Gesichtchen dazu: halbwild, er lebte die ersten Wochen nur hinter unserer Wohnzimmercouch, bis ich ihn mittels Schinkenstückchen "zähmte". Tja, die Liebe geht halt durch den Magen - bei Männern ist es ja meist genauso ;-).Kissi wurde auf jeden Fall ein richtiges Schmusekaterchen.
Das Glück wurde getrübt, als 1995 über Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag Texi fast vier Wochen lang nicht nach Hause kam - dann eines Nachts saß er schwer verletzt und völlig abgemagert vor der Terrasssentür - ein Glückstag für uns.
Zweimal hat man/frau natürlich nicht soviel Schwein beim Verschwinden einer Katze, das war mir irgendwie recht schnell klar, als im Oktober 1996 Kissi nicht mehr wiederkam ... da hilft alles Weinen und Jammern nicht - entweder man gönnt seiner Katze ein katzengerechtes Leben mit Ausgang und erträgt das Risiko, oder man ist egoistisch und behält die Katze in der Wohnung. Ich habe mehrfach bei einer älteren Dame eine Fangbox aus dem Tierheim im Garten aufgestellt, die meinte, den Kiss gesehen zu haben, und bin 4 Tage lang jede Nacht alle 3 Stunden zur Box, um jedes Mal eine fremde Katze wieder laufen zu lassen. Als ich schließlich ein paar Tage später eine Anzeige im GEA schalten wollte, hatte ich die Gelegenheit, einen dem Kissi sehr ähnlich sehenden Kater vor dem Tierheimschicksal zu bewahren, was mir gelang, nachdem ich Olli einen Tag lang bearbeitet habe ... Die Dame sagte, 5 km entfernt in Reutlingen wäre gerade eine zugelaufene Katze annonciert worden, ich soll mich dort mal melden. Es war natürlich nicht Kiss, das war zu weit entfernt, aber die Leute  meinten, ich solle ihn doch nehmen, denn sie wären allergisch und müssten ihn ins Tierheim bringen. Raki ist seltsamerweise verblüffend kinderlieb, läßt alles mit sich machen, bietet stets sein flauschiges Bäuchchen zum Streicheln an (irgendein unverschämter Gast unterstellte unserem Katerchen eine anbiedernde Prostituiertenhaltung!) und hat nur die schreckliche Unart an sich, ab 5 Uhr morgens laut jammernd um unsere Betten zu streichen, weil er glaubt, vor Langeweile zu sterben ...
Wir haben unseren Texi mit knapp 18 Jahren verloren und sind furchtbar traurig darüber. Als er vor einigen Wochen immer dünner wurde, hat die Tierärztin kaputte Nieren diagnostiziert. Vor 2, 3 Wochen hat er aufgehört zu fressen, egal was wir ihm gaben. Er wurde immer schwächer und als er vor einigen Tagen dann nicht mehr stehen konnte, haben wir schweren Herzens die Tierärztin gerufen (am 18.11.09, dem 72. Geburtstag meines Vaters). Er schlief sehr schnell nach der Spritze ein und erhielt gleich darauf eine zweite Spritze, die das Herzchen anhielt. Wir haben geheult wie die Schlosshunde, so lange Zeit gemeinsam mit dem klugen Kater.
Seit 17.12.2009 gibt es Nachwuchs in unserer Familie: die kleine Lucy. Pechschwarz, 6 Jahre alt und unheimlich verschmust ist sie. Schnurren kann sie in der Lautstärke eines Tigers, ihr Lieblingsplatz ist meine Schulter. Ich habe sie für 80 Euro aus dem Tierheim Tübingen geholt, sie war die einzige Kandidatin dort, aber hat mich auch sofort begrüßt. Zuerst war es etwas schwierig mit Raki, aber seit ein paar Tagen schlecken sie sich gegenseitig ab. Sie war früher keine Freigängerin, aber seit 4 Wochen darf sie auch raus, worüber sie recht begeistert ist. Die Katzenklappe hat sie schnell gelernt und anfangs ist sie sogar wie verrückt durch den Schnee gestampft.
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Meine Sammlung
Ja, Katzen - ich habe es natürlich nicht bei den lebenden Exemplaren gelassen, nein, irgendwie kam im Laufe meines Lebens auch noch eine stattliche Sammlung von Katzenfiguren zusammen: von kitschig bis schön ist da alles zu finden, sie sind aus Porzellan, Ton, Halbedelsteinen, Kristall, Plüsch, Schokolade, Messing, Zinn, Plastik, Gummi, Holz und Glas - große und kleine, in allen Farben und aus allen Herren Länder. Woimmer ich im Urlaub bin, ich finde immer wieder ein neues interessantes Exemplar, oder Freunde schenken mir eines - auf jeden Fall wächst und gedeiht meine Sammlung unaufhörlich.
Mit fast 300 Stück bedrohte diese Sammlung inzwischen genau wie die Bücher unseren Lebensraum in einer doch recht kleinen Wohnung, und anstatt mich zukünftig in Mäßigung zu üben, also nur kleinere Katzenfiguren zu kaufen, haben wir uns dann doch lieber ein altes Reiheneckhaus gegönnt ...