Interne Organisation
Der Brain Tank muß sich seine eigene, innere Struktur definieren. Diese Struktur muß sicherstellen, daß jederzeit klar ist wer, wofür, wann und mit wem zusammenarbeitet. Gleichzeitig muß klar werden, wie die Aufgaben verteilt, die Arbeitsergebnisse zusammengeführt und dokumentiert werden.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Mitarbeiter auf der unteren Ebene netzartig miteinander kommunizieren und gleichzeitig zentrale "Orientierungspunkte" haben müssen. Wir bezeichnen diese Struktur des Brain Tanks als die "Interne Organisation", im Gegensatz zur "Externen Organisation", mit der sich der Brain Tank gegenüber seinen Auftraggebern präsentiert und die wir später betrachten werden.
Sie besteht aus zwei Teilen, die voneinander unabhängig sind.
graphicDie Personalorganisation hat die Aufgabe, den Bestand der Mitarbeiter (das Personalvermögen) zu "verwalten" und mit den Aufträgen zu koordinieren bzw. den Aufträgen zuzuordnen.
graphicDie Projektorganisation soll sicherstellen, daß das Auftragsziel verfolgt wird und die Ergebnisse koordiniert zusammenlaufen.
Beide Teile zusammen regeln die Projektabwicklung.
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Anmerkung
Wir denken, daß jeder Brain Tank eine ausgeprägte und formalisierte Strukturierung benötigt. Schließlich können sich die Mitglieder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zusammensetzen und Informationsaustausch am runden Tisch betreiben. Das heißt, daß die vielen kleinen Informationen, die wir normalerweise unbewußt aufnehmen und mit denen Gruppen sich intern arrangieren, nicht mehr verfügbar sind. Wenn einer der Mitarbeiter also anfängt, seine Arbeitsergebnisse nach eigenen Vorlieben abzufassen/strukturieren, dann werden sehr schnell die anderen Mitarbeiter dies nicht mehr in ihre Arbeit integrieren oder verwerten können und Mehraufwände haben - eventuell ist sogar keine Zusammenarbeit mehr möglich.
Beispiel
Innerhalb einer (konventionellen) Abteilung wissen bis auf Neuankömmlinge eigentlich alle, wie bestimmte Vorgänge gehandhabt werden, und führen sie deshalb auch gleichartig aus. Das ergibt sich einfach im Laufe der Zeit. Dadurch weiß aber auch jeder, wie er mit einem Vorgang umgehen muß, auch wenn ursprünglich andere Kollegen den Vorgang bearbeiteten. Nur der Neuankömmling findet sich überhaupt nicht zurecht und muß sich erst "einarbeiten", das heißt: seinen Pool unbewußter Informationen aufbauen.
Über Telekommunikation haben wir diese Möglichkeit so nicht, und außerdem ist mit immer wieder wechselnden Mitarbeitern zu rechnen. Damit diese sich schnell einfinden, muß ihre Arbeit einfach bereits von außen vororganisiert werden. Wie die Arbeit erbracht wird, ist dabei egal, wenn nur zum Brain Tank hin die definierten Konventionen eingehalten werden.
Der Brain Tank muß seine interne Organisation deshalb auch durchsetzen. Das mag vielleicht nicht gerade freidenkerisch sein, ist aber für seine Produktivität notwendig und damit auch zum Nutzen der Mitarbeiter, die sich an die Strukturen halten.
Natürlich werden für eine Formalisierung Formulare benötigt. Das Gute an einem Formular ist, daß auch andere wissen, wo auf dem Formular welche Information steht und deshalb den Inhalt schneller verstehen können. Das Schlechte an einem Formular ist, daß es einen vernünftigen Inhalt nicht sicherstellen und dann schnell zum Selbstzweck werden kann.
Deshalb wird es für einen Brain Tank sehr wichtig sein, seine Mitarbeiter bezüglich ihrer Fähigkeit zu bewerten, miteinander kommunizieren zu können. Einzelkämpfer, die alles nach ihrem Willen erledigen wollen oder nicht strukturiert arbeiten können, haben in einem Brain Tank also nichts verloren (so gut sie fachlich auch sein mögen).