Hintergrund
Ein wenig Historie dazu?
In den guten alten Feudalzeiten wurde die Organisation im Kopf des nächstbesten Fürsten oder Fürstchen erledigt, was zugleich den Vorteil hatte, dass im Fehlerfalle jemand anders getreten werden konnte. Als dann das Tauschwesen durch das Geldwesen abgelöst wurde, war es bereits notwendig, die einzutreibenden Steuerbeträge festzuschreiben. Das war solange schwierig, bis das damals beste Organisationsmittel geschaffen wurde: die erste, noch primitive Bürokratie (es war ein Fortschritt, wir vergessen das heute nur allzu leicht. Rom eroberte sein Imperium nicht mit besseren Kriegern, sondern mit besser organisierten Truppen und behielt es solange, bis sein Verwaltungswesen auseinanderbrach).
Diese benötigte aber ein Hilfsmittel: Papier und des Schreibens mächtige Männer (Das waren zu ihrer Zeit Gurus ähnlich den EDV-Spezialisten heute, denken Sie einmal darüber nach). Mit der immer weiter voranschreitenden Staatsorganisation wurde auch dieses Hilfsmittel immer weiter ausgefeilt. Die großen Handelskonzerne dieser Zeit (Fugger, Hanse) taten das ihre dazu, denn auch deren Verwaltung überforderte bereits die althergebrachten Verfahren zur Unternehmensführung.
Ab der industriellen Revolution und der dadurch drastisch ansteigenden Zahl von Verarbeitungsschritten, Abläufen und notwendigen Regelungen kamen dann weitere unterstützende Methoden wie Buchhaltung, Karteiwesen und festgeschriebene Arbeitsabläufe hinzu.
Diese Hilfsmittel konnten aber allmählich nicht mehr mit der Masse der zu verarbeitenden Daten mithalten, deshalb wurden jetzt erste Lochkartenmaschinen zur primitiven Datenverarbeitung (Auszählen von Stimmzetteln, Bevölkerungsbefragungen usw.) benutzt. Mit verbesserter Technik entstanden die ersten primitiven Computer, um diese zu benutzen wurden die Unternehmensorganisationen angepaßt, später wurden immer mehr Arbeitsplätze und vor allem deren Einbindung in die Unternehmensabläufe immer stärker computerisiert. Umgekehrt wurden auch bekannte Hilfsmittel in Computer und EDV-Systeme integriert (Schreibmaschinen => Textverarbeitung, Kalkulationsbögen => Tabellenkalkulationen, Karteikasten => Datenbank).
Zu jeder Zeit war das Hilfsmittel aber immer nur so gut wie das Know-How derjenigen, die ihren Einsatz planten. Der Unterschied zwischen einem Karteizettelsystem und einer Zettelwirtschaft lag nicht an der Qualität des Papiers oder der Güte der Karteikästen, sondern an den Fähigkeiten derer, die das System gestaltet, eingeführt und am Laufen gehalten haben.
Aber zu allen Zeiten gab es eben auch die bereits in der Einführung genannte Verwechslung zwischen Hilfsmittels und zu lösendem Problem. Wieviele Unternehmen kauften teure Karteischränke, ohne dass sich danach die Zettelwirtschaft verbesserte?
Genauso ist es auch mit Computern, EDV und EDV-Systemen. Sie sind das heute zeitgemäße Hilfsmittel, um die Organisation und die Abläufe eines Unternehmens zu stützen. Genauso muß die Organisation die Hilfsmittel auch nutzen können, sonst erfüllen die Hilfsmittel ihren Zweck nicht.
Aber es ist nicht so, dass sie mit EDV auch eine Organisation bekommen!
Die EDV ist nur ein kleines Helferlein. Es hat kräftige Arme und Beine, aber es ist nicht sehr intelligent. Wenn Sie ihm die falschen Anweisungen geben, dann wird das Ergebnis sie nicht befriedigen. Es begreift auch nicht den Zweck von Anweisugen, ihre Befehle müssen also durchdacht und in sich stimmig sein. Wenn Sie EDV einsetzen, dann müssen Sie sich bei jedem Schritt genau überlegen, ob Sie von dem Helferlein etwas erwarten, was nicht durch eine Anweisung gedeckt ist. Denn das wird das Helferlein dann auch nicht bringen.
Was machen wir jetzt daraus?